Ich hatte jahrelang klassische Vorsätze für ein neues Jahr. Abnehmen, Sport machen, weniger Serien schauen, mehr Bücher lesen etc. Dabei habe ich festgestellt, wie diese Ziele mich unter Druck und Stress setzten. Ich konnte mich nicht auf das neue Jahr freuen. Was macht es für einen Sinn, sich Ziele für das neue Jahr zu setzen und dabei Druck und Stress zu empfinden? Sollte es nicht eher so sein, dass ich mich auf das neue Jahr freue und neugierig bin, was es so bringt?!

Aus diesem Grund habe ich mich vor zwei Jahren dazu entschieden, keine festen Ziele für ein neues Jahr mehr zu setzen, sondern mir ein Wort bzw. ein Motto zu überlegen, unter welchem mein neues Jahr stehen soll. Dieses Motto soll mich durch das neue Jahr begleiten, eine Erinnerung daran sein, was ich gerne erleben und fühlen möchte. Gleichzeitig soll es für mich auch eine Herausforderung sein. Mein Motto 2023 soll mich aus meiner Komfortzone locken.

Entstehung meines Mottos für 2023

Für 2022 war mein Motto „Hingabe“. Im Jahresrückblick 2022 habe ich darüber geschrieben.

2022 habe ich festgestellt, wie herausfordernd es ist, mich dem Leben hinzugeben, wie sehr ich an alten Gewohnheiten festhalte und dem Neuen misstraue. Das zeigt sich in Alltäglichem wie, wenn meine Planungen nicht funktionieren, dies mich total aus der Bahn schmeißt bis hin zu, dass ich an alten Erinnerungen und Erfahrungen festhalte, anstatt dem Moment die Gelegenheit geben, mir eine neue Erfahrung zu schenken.

Immer wieder steigt der Gedanke in mir auf, „du kennst das schon, das wird sich eh nicht ändern, sei nicht so naiv“. Doch was, wenn der Gedanke falsch ist? Was ist, wenn ich immer wieder in denselben Situationen stecke, um etwas Neues zu erfahren bzw. zu lernen und ich mich durch diesen beschriebenen Gedanken einschränke?

Genau aus diesem Grund war es für mich wichtig im Neuen Jahr weiter daran zu bleiben, mich durch mein Motto immer wieder daran zu erinnern, dem Leben zu vertrauen und mich dem Moment hinzugeben. Mit der „Gefahr“ weiter enttäuscht zu werden, von Anderen als naiv gesehen zu werden bzw. gar nicht verstanden zu werden und auf die Nase zu fallen. Gleichzeitig die Chance auf neue Erfahrungen, neue Erkenntnisse und eine komplett neue Ansicht (Welt) kennenzulernen.

Was wird sich ändern?

Was das für mich bedeuten wird und welche Veränderungen es mit sich bringt, da vertraue ich mal dem Leben ;-). Sicherlich wird es mein inneren Kontrolletti (Arnold, wie ich ihn liebevoll nenne) wieder ordentlich durchschleudern. Denn Arnold liebt es Pläne zu machen und an diesen fest zuhalten, egal was kommt. Und mal ganz ehrlich in der ein oder anderen Situation, vor allem im Beruflichen, ist das super. Jedoch ist das Leben viel mehr, als Pläne schmieden und nur Augen für diese zu haben. Es kann so viel Neues und so viel „Magie“ passieren, wenn wir uns auf das Leben einlassen und vertrauen.

Julias innerer Kontrolletti Arnold
Darf ich vorstellen, Arnold

Nach Human Design bin ich MG (Manifestierende Generatorin) und meine Strategie, also wie ich mit dem Leben interagieren sollte, ist reagieren. Reagieren kann ich nur, wenn mein Leben nicht voll verplant ist. Wenn mein Alltag so aussieht, dass ein Termin den anderen jagt und ich erschöpft abends ins Bett falle, wie soll das Leben Platz haben, mir Neues anzubieten, auf das ich reagieren kann?! Was dann passiert ist, dass ich ultra frustriert werde und zum Couchpotato mutiere– die „Schattenseite“ eines Generators.

CouchPotato
Meine Pose als CouchPotato

Aus diesem Grund, versuche ich Arnold zurückzuhalten, denn er würde mir am liebsten mein ganzes Jahr bereits im Januar verplanen, um ja keine Überraschungen oder Unvorhersehbares zu erleben. Ich werde mich also 2023 sehr viel mit Arnold beschäftigen und auseinandersetzen dürfen, unter anderem mit Anteilearbeit.

Zum Anderen werde ich stark an meinem Sicherheitsgefühl und Urvertrauen arbeiten, denn wenn ich mich nicht sicher fühle, wie soll ich dann je vertrauen und mich hingeben können?!

Kleine Helferlein

Damit ich das schaffe, werde ich mir mein Motto als Hintergrundbild im Handy einrichte und ein Post-IT an alle meine Spiegel hängen. Denn 365 Tage sind eine lange Zeit, nicht dass ich es noch vergesse. Zu diesen Kandidaten gehöre ich nämlich. Ich vergesse gerne und oft Dinge, die ich im Januar gemacht habe. Für meinen Jahresrückblick konnte ich mich an einiges „nur“ dank meiner Fotos auf dem Handy erinnern. Damit mir das nicht für mein Motto passiert, unterstütze ich mich mit einfachen „Helferlein“.

Solche Post-It werden an allen meinen Spiegeln befestigt sein.

Wie mein neues Hintergrundbild im Handy aussehen wird, weiß ich noch nicht. Ich tendiere zu einem Bild, was mich an Hingabe & Vertrauen erinnert bzw. was dies ausdrückt, anstelle von Worten. Die Worte hängen ja am Spiegel.

Ziel meines Mottos für 2023

Durch mein Motto erhoffe ich mir, dass ich über das ganze Jahr mehr „Zufälle“ in mein Leben einlade, auf die ich reagieren kann. Dinge können passieren, an die ich nie zu träumen gewagt hätte. Sich mein Tellerrand, auf dem ich lebe, durch das nicht planen, sondern vertrauen erweitern wird. Dass ich auch Probleme annehmen kann und darauf vertraue, dass diese Situationen für mich und nicht gegen mich sind.

Es sind also keine Ergebnisse, welche ich mit Zahlen messen kann. Es wird somit für recht schwer, ein objektives Resümee im Dezember ziehen zu können. Denn wie es so ist, wenn ich keinen Zahlen habe zu vergleichen, bin ich der Meinung, ich habe es nicht geschafft. Somit muss ich mir noch eine Strategie überlegen, wie ich es messen kann, ob ich meinem Jahresmotto treu geblieben bin oder nicht.