In einer Welt, in der Fesseln (Shibari) oft entweder als spektakuläre Performance oder als geheimnisvolles BDSM-Spiel dargestellt wird, geht mein Workshop „Touch of Rope“ einen ganz anderen Weg. Dieser Workshop für Einsteiger ist keine Show und kein Ritual.
Er ist ein Erfahrungsraum. Ein Raum für Präsenz, für echte Verbindung, für das Spüren von Intimität. Im eigenen Körper, in der Beziehung und im Kontakt mit dem Seil. Was diesen Workshop so besonders macht? Hier kommt meine ganz persönliche Sicht darauf.
Kleine Gruppen. Große Tiefe.
Bei Touch of Rope sind maximal fünf Paare dabei. Das ist kein Zufall. Fesseln ist ein intimer Akt. Und Intimität braucht Raum. In großen Gruppen geht dieser Raum oft verloren – durch Lautstärke, Dynamik, Blickkontakte. In kleinen Gruppen entsteht ein geschützter Rahmen, in dem sich Menschen wirklich fallen lassen können. Ohne den Druck, sich vergleichen oder funktionieren zu müssen. Sondern mit dem Vertrauen, gesehen und begleitet zu werden.
Diese bewusst reduzierte Gruppengröße erlaubt außerdem eine ganz andere Form von Kontakt. Es geht nicht nur darum, Input aufzunehmen, sondern sich als Paar (egal ob Liebespaar, Affäre, Freundschaft, oder oder oder) gemeinsam auf eine neue Ebene zu bewegen.
Oft erzählen mir Teilnehmende im Nachhinein, wie wohltuend es war, nicht überfordert zu sein, weder von der Menge an Informationen, noch von der Präsenz anderer Menschen. Die Atmosphäre in kleinen Gruppen ist getragen von gegenseitigem Respekt, von Ruhe, von Offenheit. Und genau das macht Tiefe möglich.
Technik ist Mittel, nicht Ziel
Ja, wir lernen Technik. Und ja, ich erkläre, wie eine Fesselung funktioniert. Aber das Herzstück dieses Workshops ist nicht das „Wie mache ich das richtig?“, sondern das „Wie fühlt sich das an?“.
Bei Touch of Rope ist das Seil nicht nur Werkzeug, sondern Sprache. Es geht darum, ins Spüren zu kommen. Das Model ist nicht passives Objekt, sondern aktives Gegenüber. Wer gefesselt wird, erlebt bewusst, was das Seil im Körper auslöst. Wer fesselt, lernt nicht nur Technik, sondern Wahrnehmung. Nur so entsteht eine Fesselung, die sich stimmig anfühlt und das für beide Seiten.
Oft berichten Rigger, also die Person die fesselt, im Anschluss, wie sehr sich ihre Perspektive verändert hat. Dass sie zum ersten Mal nicht nur die Bewegungsabfolge gelernt haben, sondern wirklich verstanden haben, was es bedeutet, mit dem Seil zu kommunizieren.
Umgekehrt sagen Models, also die Person die gefesselt wird, dass sie sich gesehen gefühlt haben, nicht als Statue welche einen Körper zur Verfügung stellt, sondern als Menschen in der Session. Diese Art zu lernen verändert mehr als nur die Technik. Sie verändert Beziehungen.
Sicherheit beginnt vor dem ersten Knoten
In der Shibari-Szene wird oft viel über Scheren, Anatomie und Notfallmanagement gesprochen. Das ist wichtig und auch bei Touch of Rope selbstverständlich Teil des Inhalts.
Aber Sicherheit beginnt für mich viel früher. Nämlich dort, wo Menschen sich selbst spüren, ihre Grenzen kennen, ihre Selbstverantwortung annehmen. Wo klar ist: Ich darf „Nein“ sagen. Ich darf innehalten. Ich muss nicht funktionieren. Diese innere Sicherheit ist die Basis für jede Form von Hingabe. Und die schaffen wir gemeinsam, durch Gespräche, Reflexion und einen klare Rahmen.
Was ich immer wieder sehe: Wenn Menschen sich selbst besser kennen lernen, fällt es ihnen leichter, für andere Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig auch Verantwortung abzugeben.
Sie sind präsenter, ruhiger, klarer. Sicherheit entsteht nicht durch Ausrüstung oder Werkzeug allein, sondern durch Haltung. Durch das Wissen, dass ich jederzeit aussteigen darf. Dass alle Reaktionen willkommen sind. Dass es Raum gibt für Pausen, für Rückfragen, für Anpassung. Sicherheit wird erlebbar, nicht durch Theorie, sondern durch Erfahrung.
Du möchtest Fesseln lernen?
In meinen Gruppenworkshops werden alle Teilnehmenden gesehen, wie sie sind. Es geht nicht nur um Knoten, Technik, Sicherheit. Du lernst auch,
- … wie Du Deine Bedürfnisse und Grenzen kommunizierst
- … Fesseln im Flow
- … Übungsgruppe nach dem Workshop
Ich biete Dir Erfahrungsräume, in denen Du Dich mit Deinem Partner/in sicher ausprobieren kannst.
Individuelle Begleitung, echte Begegnung
Weil die Gruppen klein sind, habe ich als Fesselcoach die Möglichkeit, auf jedes Paar individuell einzugehen. Wenn eine Technik für Teilnehmende nicht funktioniert, passen wir sie zusammen an.
Wenn das Seil nicht stimmig liegt, finden wir Alternativen. Wenn Unsicherheiten auftauchen, besprechen wir sie. Es gibt kein Schema F. Es gibt das Paar. Und ich bin da, um es so zu begleiten, dass es deren ganz eigenen Weg mit dem Seil finden kann.
Manchmal braucht es dafür nur eine kleine Veränderung. Einen anderen Winkel, ein anderes Seil, eine veränderte Körperhaltung. Und manchmal braucht es auch ein Gespräch über Erwartungen, Unsicherheiten oder Körperempfindungen.
All das hat Platz bei Touch of Rope. Weil es nicht darum geht, ein festes Ziel zu erreichen, sondern darum, Euch als Paar und als Einzelne zu unterstützen, Euch selbst näherzukommen.
Natürlich kann ein Gruppenworkshop, so individuell ich diesen auch gestalte, kein Privatunterricht ersetzen.
Konsens nicht nur erklärt, sondern verkörpert
Wir sprechen nicht nur über Konsens. Wir erleben ihn. Wir erkunden gemeinsam: Was bedeutet Konsens für mich? Wie spreche ich aus, wenn sich etwas verändert? Was brauche ich, um im Moment eine Entscheidung zu treffen?
Denn Konsens ist keine einmalige Vereinbarung, sondern ein ständiger Prozess. Dieser Prozess darf leicht, neugierig und mutig sein. Im Workshop schaffen wir dafür den Raum und machen Konsens zur gelebten Erfahrung.
Konsens bedeutet auch: zu merken, wenn etwas nicht (mehr) passt und dann gemeinsam zu schauen, was jetzt möglich ist. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Präsenz. Nicht um Kontrolle, sondern um Kontakt.
Wenn Menschen erleben, dass Konsens dynamisch sein darf, entsteht eine ganz neue Art von Vertrauen. Nicht nur ins Gegenüber, sondern auch in sich selbst. Dieses Vertrauen begleitet viele Teilnehmende weit über den Workshop hinaus.
Fazit: Touch of Rope ist kein Fesselworkshop, es ist ein Raum zum Ankommen.
In den letzten Jahren kamen viele Menschen zu Touch of Rope, weil sie neugierig auf Fesseln (Shibari) sind, aber nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Was sie hier finden, ist mehr als ein Einstieg in die Technik. Sie finden einen Raum, in dem sie sicher spüren dürfen. Einen Raum, in dem Fragen willkommen sind. In dem Intimität nicht peinlich, sondern kostbar ist. Und in dem Fesseln nicht performt wird, sondern verbindet.
Oft passiert etwas Unerwartetes: Menschen gehen nicht nur mit einer neuen Technik nach Hause, sondern mit einem neuen Blick auf sich selbst. Sie fühlen sich klarer, ruhiger, mutiger. Manche sagen: „Ich wusste gar nicht, wie viel ich über Nähe lernen würde.“ Oder: „Ich habe das erste Mal gespürt, dass ich nicht gefallen muss, um verbunden zu sein.“
Wenn Du also einen Ort suchst, an dem Du Dich nicht verstellen musst, an dem Dein Tempo zählt, an dem Sicherheit und Sinnlichkeit zusammengehören, dann ist Touch of Rope Dein Einstieg. Nicht, um zu beeindrucken. Sondern um Dich zu spüren. Echt, gehalten, verbunden.
Mehr Erfahrung, Bilder und Einblicke?
Dann ist „(k)not your expectations“ genau das Richtige für Dich!
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