Bondage, Shibari, Kinbaku, was ist eigentlich der Unterschied?

von | 24. Mai. 2026

Hast du schon mal gegoogelt und warst danach verwirrter als vorher? Bondage, Shibari, Kinbaku, Fesseln mit Seil, alle Begriffe tauchen auf, und keiner erklärt so richtig, was was ist.

In diesem Ausschnitt aus meinem Gespräch mit Nina vom Podcast „Hinter den Laken“ räumen wir damit auf. Den Link zur ganzen Folge findest du am Ende.

Bondage ist der Oberbegriff

NINA: Beim Googeln sind mir mehrere Begriffe untergekommen: Shibari, und irgendwas, was mit K anfängt…

JULIA: Kinbaku.

NINA: Kinbaku, genau. Und eben Fesseln. Magst du mir kurz die Unterschiede erklären und wo das herkommt?

JULIA: Ja, klar. Der oberste Begriff wäre Bondage. Bondage ist das englische Wort für fesseln oder fixieren, und fesseln kann man mit ganz unterschiedlichen Dingen: mit Seil wie ich, aber auch mit Klebeband, Handschellen, Gurten oder, wenn wir die Fantasie spielen lassen, dem Gürtel vom Morgenmantel, einem Schal im Winter. Also jeder, der einen Winterschal trägt, könnte theoretisch jemanden fesseln, to go.

Und dann gibt es eben das, was ich mache: Fesseln mit Seil. Das ist Shibari, die japanische Bezeichnung dafür.

Shibari oder Kinbaku, was stimmt?

NINA: Und was ist dann der Unterschied zwischen Shibari und Kinbaku?

JULIA: Da fängt es schon an, weil die Begriffe im Westen stark verändert wurden und wir Begriffe benutzen, die in Japan gar nicht so verwendet werden. Soweit ich es verstanden habe, und ich erhebe hier keinen Anspruch auf absolute Korrektheit, wird Kinbaku eher in Japan selbst verwendet als Synonym für Fesseln mit Seil. Das heißt, Shibari, Kinbaku und Fesseln mit Seil meinen im Grunde dasselbe.

Solche Begriffe verändern sich ja auch, gerade wenn man sie aus anderen Ländern adaptiert oder übernimmt, gibt es immer wieder Diskurs darüber, ob das der richtige Begriff ist. Und allein die Aussprache: Shibari wird von Japanern ganz anders ausgesprochen. Die werden, wenn sie das jetzt hören, denken: Oh mein Gott.

Und was sage ich selbst?

Ich sage Fesseln. Immer. Nicht weil Shibari oder Kinbaku falsch wären, sondern weil es das Wort ist, das sich für mich am echtesten anfühlt. Es ist meine Sprache, mein Begriff, mein Ausdruck.

Und letztendlich geht es nicht um den richtigen Begriff. Es geht um das, was du damit machst.

Du willst das ganze Gespräch hören?

Nina und ich haben uns knapp zwei Stunden über Fesseln unterhalten, über Seile, Sicherheit, Körper, Vertrauen und noch viel mehr. Es war ein offenes, neugieriges und wirklich schönes Gespräch.

Die ganze Folge von „Hinter den Laken“ findest du hier

Podcast Hinter den Laken

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