Ich schreibe diese Zeilen, während ich noch gar nicht weiß, wie mein Motto heißen wird. Ich habe keinen Namen, keinen Satz oder einen Begriff. Aber ich habe ein Gefühl, eine Richtung, wie 2026 mich leiten darf.
Ich will ich sein. Ich will ich sein, ohne dysfunktionale Überlebensstrategien und Traumamuster. 2025 war das Jahr der Erkenntnis, in Verbindung zu gehen, allem voran mit mir. Dabei konnte ich einiges loslassen und habe bemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, ich zu sein.
Was bleibt denn noch von mir übrig? Welche Version von mir ist noch da? Gibt es überhaupt eine solche Version von mir? Was passiert, wenn all die Identifikationen und Projektionen plötzlich bewusst sind? Was bleibt zurück oder vielleicht: Was wird zum ersten Mal sichtbar?
Das Wort, das übrig blieb: Wahrhaftigkeit.
Wahrhaftigkeit: Wie ich dieses Motto 2026 mit Leben füllen werde
Google sagt zu Wahrhaftigkeit: … Es ist eine innere Haltung, die das Streben nach Wahrheit und die Übereinstimmung von Denken, Sagen und Handeln ausdrückt, also authentisch und aufrichtig zu sein …
Und das passt einfach wie Arsch auf Eimer. Doch bevor Denken, Sagen und Handeln übereinstimmen können, darf ich noch ein paar Schritte gehen.
Wahrhaftigkeit bedeutet für mich 3 Dinge:
1. Ich prozessiere weiter
Eine Sache, welche ich 2025 gelernt habe: Nichts geht weiter, bevor ich mich nicht mit mir selbst auseinandergesetzt habe. Das ist Prio 1 für mich, auch in 2026. Nicht aus einer Härte oder einem Schutz heraus, sondern aus einer wohlwollenden und liebevollen Haltung mir gegenüber.
Ich fühle, was es zu fühlen gibt. Auch wenn es mir eine riesengroße Angst einjagt. Ich erinnere mich an das, was es zu erinnern gibt. Ich prozessiere, was es zu prozessieren gibt, und stelle mich allen Konsequenzen.
Kein Unterdrücken, kein Zurückstellen, kein „nice girl“ oder „people pleaser“ mehr. Ich gehe All-In, mit allem, was ist. Ich weiß, dass es kein Ponyhof wird, weil es das bisher für mich auch nicht war. Doch was ich sicher weiß: Ich bin einfach zu alt, um nach Regeln zu leben und zu spielen, die nicht die meinen sind.
2. Integer leben
Das Ende vom Lied beim Prozessieren ist, dass ich an einen Punkt komme, an dem ich merke, dass ich oft über meine Grenzen und Bedürfnisse gegangen bin. Aus verschiedenen sehr guten Gründen. Doch was dabei auf der Strecke geblieben ist, bin ich. Ich habe nicht integer gelebt.
Ich habe 35 Jahre gebraucht, bis ich nicht nur verstanden, sondern wirklich erfahren habe, aka. Fühlen durfte, was es heißt, nicht integer zu leben. Das war ein richtiges Aha-Erlebnis für mich, und der Moment, in dem ich für mich realisiert habe: ICH WILL INTEGER LEBEN.
Gleichzeitig birgt ein integeres Leben auch viele Risiken in sich. Denn es bedeutet auf der anderen Seite auch, dass ich einige Menschen vielleicht enttäuschen werde und ggf. sogar, dass sich einige Menschen aus meinem Leben verabschieden werden. Ich stelle meine Bedürfnisse und meine Wahrheit vor die Bedürfnisse der anderen. Dieser Satz klingt in meinem Kopf noch so falsch – doch es fühlt sich richtig an.
Das ist die bittere Pille, die ich erst noch schlucken muss – ja, die Pille ist bis jetzt nicht ganz unten *lach*. Aus einem „Leistung gegen Liebe“ und „People-Please“-Rad auszusteigen, ist nicht so einfach, wie man es sich vielleicht vorstellt. Zumindest für mich.
Ich werde mir die Zeit nehmen, die es braucht. Doch das ist definitiv mein Weg.
3. Das Leben leben und in Verbindung gehen
Das ist mein Wunsch, wenn ich die Pille geschluckt habe. Ich kann noch mehr in Verbindung gehen. Allem voran mit mir selbst und dann eines Tages auch mit anderen und dadurch dann natürlich auch das Leben leben kann.
Ich habe das Gefühl, dass von Jahr zu Jahr das Leben hektischer wird und es nur darum geht, den Tag „zu überleben“. Doch ich will leben statt überlieben. Das Genießen und Erforschen, was das Leben wirklich zu bieten hat, außerhalb von Hektik, Normen, Schubladen und gesellschaftlichen Vorstellungen.
Was ist denn Leben überhaupt? Was ist ein integres Leben für mich? Was ist Verbindung ohne dysfunktionale Muster?
Bei der letzten Frage musste ich gerade ans Fesseln denken, da es dort auch sehr dysfunktionale Muster gibt und oft das Model statt das Fesstelmuster ausgetauscht wird. In Wahrheit geht es aber beim Fesseln wie im Leben darum, dysfunktionale Muster zu entdecken und diese mit funktionalen Mustern auszutauschen, damit das Fesseln bzw. Leben ein Genuss wird.
Mehr Erfahrung, Bilder und Einblicke?
Dann ist „(k)not your expectations“ genau das Richtige für Dich!

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